Sie spielen gerne am PC? Dann sollten Sie sich nicht mit Fingerakrobatik an der Tastatur oder ungenauen Mausbewegungen herumärgern. Wenn Sie schon mehrfach beim Spiel versagt haben, nur weil die Technik nicht wollte, sind Sie reif für einen Joystick, ein Gamepad, ein Wheel oder ... ja wofür eigentlich?
Auf dem Markt tummeln sich viele Spielhilfen diverser Gattungen und mit unterschiedlicher Technik. Wie soll man da wissen, welches Steuergerät das richtige ist? Das Angebot reicht von einfachen Gamepads, die für viele Spiele ausreichend sind, bis zu ausgeklügelten Steuereinheiten, mit denen Renn- oder Flugsimulationen erst richtig Spaß machen. Somit ist klar: der Anwendungszweck entscheidet.
Wir durchleuchten in den folgenden Kapiteln für Sie die Möglichkeiten der unterschiedlichen Angebote und zeigen die Grenzen der jeweiligen Technik. Mit dieser Hilfe wird es Ihnen leichter fallen, den persönlichen Spielkameraden zu finden. (pr)
Das Gamepad, auch Joypad genannt, ist eine Steuereinheit, wie sie auch bei Spielkonsolen für den Fernseher verwendet wird. Sie hat meist zwei Griffe und wird mit beiden Händen gehalten. Die Steuerung der Spielfiguren übernehmen die Daumen mit Hilfe von kleinen Knöpfen oder in das Gehäuse eingelassenen Minijoysticks, also kleine bewegliche Stifte respektive große Button, die sich in jede Richtung neigen lassen.
Die Steuerung per Joystick bezeichnet man als analoge Steuerung, die per kleiner Druckbutton als digitale. Gute Gamepads verfügen über beide Alternativen, so dass man je nach Spiel die optimale Kontrolle hat. Gleichzeitig werden die Daumen entlastet, wenn sie sich nicht nur einseitig auf eine Bedienmethode beschränken müssen.
Zehn Button und zwei Sticks
Als Mindestausstattung gelten für ein gutes Pad zwei kleine Joysticks, für jeden Daumen einer sowie zehn Tasten. Vier davon auf der rechten und vier auf der linken Seite. Sie dürfen nicht zu weit von den Joysticks entfernt sein, damit man sie mit den Zeigefingern erreichen kann. Zusätzlich sollten sich an der Kopfseite des Pads zwei große Tasten befinden. Über sie lassen sich Sonderfunktionen aufrufen, das Spiel beenden oder in den Pausenmodus wechseln.
Mitunter lassen sich die Joysticks ebenfalls als zusätzliche Tasten verwenden. Die darunter verborgenen Funktionen ruft man auf, indem man den Stick herunterdrückt. Zudem bieten manche Pads die Möglichkeit, mit weiteren Tasten an der Kopfseite ein Spiel zu steuern. So gibt es Versionen, die spüren, wie stark solche Knöpfe heruntergedrückt werden und passen daraufhin die Geschwindigkeit der Spielfigur an. Bei einem Autorennen ließen sich diese Knöpfe als Gaspedal und Bremse verwenden. Man findet diese Funktionen häufig unter der Bezeichnung "Trigger".
Ideal für Geschicklichkeitsspiele
Mit diesen Steuerelementen eignen sie sich für den Allroundeinsatz, machen aber bei Ballspielen und Jump´n´Run-Adventures eine besonders gute Figur. Simulatoren für Flugzeuge, Autos oder Motorräder lassen sich ebenfalls mit ihnen spielen, allerdings nicht ganz so kontrolliert wie mit Joystick oder Lenkrad. Für intensive Simulationsspiele sollte man nicht zu einem Gamepad greifen.
Mit Lüfter gegen Handschweiß
Gamepads liegen sehr gut in den Händen. Damit es aber bei schwierigen Situationen aufgrund schwitziger Hände nicht zu Ausrutschern kommt, sollten die Griffe gummiert sein. Luxusmodelle verwenden statt Gummi gar echtes Leder. Das fühlt sich nicht nur gut an, sondern verleiht dem Pad einen edlen Touch. Wer beim Spielen immer besonders feuchte Hände bekommt, sollte ein Gamepad mit integrierten Lüftern suchen. Diese kühlen beim Spiel effektiv die Handflächen und zuweilen auch die Finger. Damit man aber nicht anfängt zu frieren, sollten die Lüfter abschaltbar sein. Gut auch, wenn sich die Drehzahl auf Knopfdruck oder per Drehrad regulieren lässt. So kann man das Gebläse ideal dem Handgefühl anpassen. Bei Höchstleistungen sollten die Lüfter aber möglichst nicht hörbar sein, was leider nicht bei allen Geräten der Fall ist. Achten Sie auf besonders niedrige Dezibelwerte (dB).
Ohne Kabel
Besonders angenehm ist der Spielspaß ohne Kabel. So kann man sich frei vor dem PC bewegen, ohne befürchten zu müssen, dass das Kabel aus der Buchse fliegt. Obendrein gibt es weniger Kabelsalat. Allerdings ist ein kabelloses Pad meist etwas schwerer als eines mit Kabel. Grund: Es arbeitet mit Batterien, da es keinen Strom vom Rechner bekommen kann. Dafür kann man sich aber auch einige Meter entfernt vom PC im Sessel lümmeln, während man die Spielwelten erforscht. Setzen Sie in diesem Fall aber kräftige Batterien oder Akkus ein, denn je weiter das Pad von der Empfangsstation entfernt ist, desto größer muss die Sendeleistung sein, was zu erhöhtem Stromverbrauch führt.
Wer auf Akkus setzen möchte, sollte darauf achten, dass das Pad bereits mit solchen und mitsamt einer Ladestation ausgeliefert wird. So erspart man sich zusätzliche Kosten. Obendrein bekommt man einen passenden Halter für das Pad, in dem es ruht und geladen wird, wenn man nicht spielt.
Gefühlter Widerstand
Möchten Sie gerne in den Händen spüren, wenn Sie auf ein Hindernis treffen, eine Gewehrsalve abfeuern oder mit dem Auto gegen die Bordsteinkante fahren? Dann benötigen Sie ein Gamepad mit Force-Feedback oder Rumble-Funktion. Diese Technik gestattet es, genau die beschriebenen Hindernisse und Aktionen über das Pad zu fühlen. Wenn das zwar auch nicht immer ganz realistisch funktioniert, so bekommt man doch auf jeden Fall mehr Gefühl fürs Spiel. Allerdings muss auch das Spiel diese Funktion unterstützen. Andernfalls spürt man trotz Vibrationstechnik gar nichts.
Abwechslung wichtig
Einen Nachteil des Gamepads müssen wir aber noch nennen: den so genannten "Nintendo-Daumen". Damit bezeichnet man eine schmerzhafte Entzündung der Daumen, die ihren Namen von übermäßig starkem Spielen mit einem (Nintendo) Gameboy hat. Da ein Pad nahezu genauso bedient wird, kann diese Krankheit auch bei heftigem Gebrauch eines Gamepads auftreten. Allein deswegen sollte man zu einem Pad greifen, das Button und Joystick bietet und beide Steuervarianten abwechselnd verwenden. So ist gewährleistet, dass die Daumen nicht allzu einseitig belastet werden.
Ein Joystick ist die klassische Steuereinheit für Computerspiele. Ein Knüppel, der meist anatomisch an die Handfläche angepasst ist, übernimmt dabei die Steuerung von Spielfiguren, Flugzeugen, Autos und anderem. Hinzukommen eine Reihe von Button, welche die Finger der steuernden Hand erreichen und bedienen kann. Unterstützend gibt es oft noch Knöpfe an der Basis des Joysticks, die von der zweiten Hand bedient werden.
Ein Joystick ist wie das Gamepad universell einsetzbar, hat aber große Vorteile bei Flug-, oder Rennsimulationen, da er eine sehr genaue und präzise Steuerung ermöglicht. Auch für Ego-Shooter kann man den Stick verwenden. Bei Jump´n´Run-Spielen hat er hingegen gegenüber dem Gamepad das Nachsehen.
Wichtig: Anatomische Form
Die anatomische Form macht die Bedienung sehr angenehm. Im Idealfall "wachsen" Stick und Handfläche zusammen, während der Daumen aufliegt und somit entlastet ist. Allerdings sind die meisten Joysticks für Rechtshänder angepasst und für Linkshänder somit nicht zu verwenden. Sie müssen entweder nach einer speziellen Variante Ausschau halten oder zu einem geraden, glatten Knüppel greifen, der sich mit beiden Händen gleichermaßen benutzen lässt. Besonders lange Spielsessions machen aber mit einem solchen Stick keinen Spaß und führen schnell zur Ermüdung der Hand.
Guter Halt
Damit der Joystick nicht bei heftigen oder schnellen Bewegungen verrutscht oder gar vom Tisch gleitet, sollte seine Basis möglichst schwer sein. Der Joystick sollte nicht weniger als 600 Gramm wiegen, besser mehr, und Füße aus Gummi oder Saugnäpfe besitzen. Besonders stabil sind Sticks, die das Netzteil im Fuß integriert haben. Das zusätzliche Gewicht sorgt für ausreichend Stabilität.
Programmierbare Knöpfe
Wer häufig Flugsimulatoren verwendet, sollte auf zahlreiche, programmierbare Knöpfe achten. Sie lassen sich frei mit den wichtigsten Funktionen belegen und erhöhen somit den Flugkomfort. Um den Überblick über die Funktionen der zahlreichen Knöpfe zu behalten und diese einfacher programmieren zu können, besitzen einige Joysticks ein Display und ein Programmmenü. So lassen sich diese direkt am Gerät konfigurieren und benötigen dazu nicht den Computer. Highend-Joysticks bieten gar austauschbare Griffe, die an unterschiedliche Flugzeugtypen angepasst sind. Auf diese Weise kommt die Simulation sehr nahe an die realen Bedingungen heran. Wichtig auch: der Coolie Hat. Das ist eine Funktion, die es auf Knopfdruck gestattet, eine komplette Rundumsicht zu bekommen.
Im Doppelpack
Ebenfalls ideal für Flieger sind doppelte Joysticks. Zu dem Hauptsteuerknüppel kommt ein zweiter, den die andere Hand bedient, beispielsweise für die Regulierung der Schubkraft. So wird die Simulation ebenfalls realistischer. Wer will, kann auch spezielle Lenkräder für Flugzeuge erwerben, ist damit in der Verwendung der Steuerung für andere Computerspiele aber stark eingeschränkt. Bestenfalls Rennsimulationen kann man damit noch spielen.
Force-Feedback
Auch auf Force-Feedback muss man beim Joystick nicht verzichten. Allerdings ist diese Technik für Flugsimulatoren gar nicht so sinnvoll. Denn leider ist sie nicht dazu im Stande die hochkomplexen Abläufe beim Fliegen eines Jets auch nur nahezu naturgetreu zu simulieren, so dass man einen Flugsimulator besser ohne diese Technik steuert. Wer mit dem Joystick aber hauptsächlich durch dunkle Verließe wandern möchte, kann guten Gewissens auf Force-Feedback setzen.
Das Lenkrad, auch Wheel genannt, ist eine der speziellsten Steuereinheiten für Computerspiele. Es lässt sich kaum für mehr als Rennsimulationen verwenden. Diese machen aber mit einem Wheel ungemein viel mehr Spaß. Obendrein ist man beim Heizen sehr viel erfolgreicher, da man seinen Wagen deutlich besser unter Kontrolle hat als mit einem Joystick oder Gamepad. Es fühlt sich beinahe an wie im eigenen Auto, vorausgesetzt die Hardware stimmt.
Einige Bedingungen sollten aber erfüllt sein, damit der Spaß nicht so schnell vergeht. Besonders wichtig ist die Befestigung des Lenkrades. Wenn es nicht fest an der Tischkante sitzt und in den Kurven oder beim Überholmanöver abrutscht, kommt schnell Frust auf. Von Vorteil sind reelle Schnappverschlüsse, die das Lenkrad gut festhalten und gleichzeitig die schnelle und einfache Demontage gestatten. Denn wer will sein Wheel schon ununterbrochen am Tisch hängen haben?
Nullstellung und Kalibrierung
Zudem sollte sich das Rad selbst kalibrieren, so dass der Wagen in Nullstellung exakt geradeaus fährt. Wichtig ebenfalls: die automatische Nullstellung. Wie im richtigen Auto, sollte das Lenkrad sich selbständig bei Loslassen in die Nullstellung zurückbewegen. Andernfalls würde der Wagen ununterbrochen im Kreis fahren. Um bei hitziger Fahrt nicht abzurutschen, ist ein Gummiüberzug sehr wichtig. Dieser sollte möglichst das gesamte Wheel bedecken und nicht nur Teile davon.
Eher Geschmackssache ist die Bedienung der Schaltung. Die meisten Lenkräder sind mit digitaler Schaltung, also Tasten, ausgerüstet. Einige Räder besitzen aber auch einen richtigen Schalthebel. Wer sich nicht sicher ist, welche Version für ihn die bessere ist, sollte ein Modell wählen, für das es einen Schaltknüppel als Extra gibt. Kommt man mit den Buttons nicht zurecht, kann man das Wheel einfach erweitern.
Pedale für mehr Fahrspaß
Damit der Spaß so realistisch wie möglich ist, braucht man neben dem Lenkrad auch noch Pedale für Gas und Bremse, eine Fußkupplung ist meist nicht erhältlich. Auch sie sollten wie das Lenkrad mit Gummi überzogen sein, damit der Fuß beim Gasgeben oder Bremsen nicht abrutscht. Achten Sie auch darauf, dass die Pedale ausreichend groß sind und nicht zu dicht beieinander liegen, ansonsten besteht die Gefahr, dass man unbeabsichtigt beide gleichzeitig betätigt.
Für besonders realistischen Fahrspaß setzt man auch bei Lenkrädern auf Force-Feedback und das ist gut so. Denn so merkt man, wenn man die Bordsteinkante mitnimmt, einen Konkurrenten touchiert oder über ein Hindernis fährt.
Übrigens: Auch für Biker gibt es spezielle Lenkräder, die dem Lenker eines Motorrads nachempfunden sind, somit muss man nicht die Enduro mit einem Ferrarilenker steuern.
Zwar sind die meisten Steuereinheiten inzwischen mit USB-Anschluss ausgestattet, doch trifft man zuweilen noch auf solche, die noch den Gameport verwenden. Wer einen freien USB-Port hat, sollte besser auf USB setzen, denn die Vorteile dieser Technik überwiegen. So kann man Joystick und Co. bei laufendem PC-Betrieb ohne Neustart an- und abkoppeln.
Beim USB-Anschluss werden die Geräte in der Regel automatisch erkannt, so dass keine Extratreiber installiert werden müssen. Allerdings kann das Installieren neuerer Treiber sinnvoll sein, um mehr Zusatzfunktionen des Gerätes nutzen zu können. Weiterer Vorteil: Viele PCs besitzen vorne am Gehäuse einen oder mehrere USB-Kontakte. Das erspart das Krabbeln unter den Tisch, wenn man mal wieder eine Runde spielen möchte. Wichtig: Kabellose Gamepads erfordern fast immer einen USB-Anschluss für den Empfänger.
Wer trotzdem auf den Gameport setzen möchte, kann dies auch tun. Außer den genannten Punkten, hat er keine gravierenden Nachteile zu erwarten. An neuen Computern findet man diesen Anschluss allerdings immer seltener. Bevor man sich für den Gameport entscheidet, sollte man deshalb vorher seinen PC dahingehend untersuchen.
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