In unserer Kaufberatung für Netzwerkkabel finden Sie alle Informationen zu den verschiedenen Kabelsorten, Techniken, Verarbeitungen und vielem mehr. Sie suchen ein Netzwerkkabel, wissen aber nicht welches genau Sie benötigen? In unserer Kaufberatung erklären wir Ihnen alle gängigen Kabelarten.
FastCat5e, UTP, S/UTP oder S/STP plus RJ45, booted oder snagless molded? Sie verstehen nur Bahnhof? Macht nichts! Das geht vielen so, die einfach nur Netzwerkkabel suchen. Die Vielzahl von Fachausdrücken und Abkürzungen überfordern fast jeden, der nicht schon beruflich mit Netzwerktechnik zu tun hat.
Dabei ist es, wie so oft, gar nicht schwer, den Durchblick zu bekommen. Wer sich ein wenig informiert, lernt schnell, die Fachbegriffe zu entschlüsseln und zu entzaubern. Also, nur Mut. Lesen Sie einfach weiter, dann wissen Sie in wenigen Minuten alles Nötige, um sicher und erfolgreich neue Netzwerkkabel auszuwählen. (pr)
Bevor man sich auf die Suche nach Kabeln begibt, sollte man stets genau analysieren, was man erreichen möchte. So ist es ein Unterschied, ob man lediglich einen PC mit einem ADSL-Modem, eine handvoll Heim-PCs oder viele Bürorechner miteinander verbinden will. Weiterhin spielt es eine Rolle, wie lang die Abstände zwischen den Geräten sind, die man vernetzen möchte und auch, wo sie verlegt werden.
ADSL-Modem
Für die Verbindung zwischen PC und ADSL-Modem reicht ein einfaches Ethernet-Kabel (Netzwerkkabel), das dem Modem meist schon beiliegt. Sind Modem und PC im selbem Raum und haben nur einen kurzen Abstand voneinander, kann mit dem Kabel wenig schief gehen. Anders sieht die Sache aus, wenn das Modem beim Telekomanschluss im Keller steht, der PC allerdings einige Räume oder gar Stockwerke davon entfernt aufgestellt ist.
Wer hier nicht die drahtlose WLAN-Technik zur komfortablen Überbrückung der Distanz einsetzen möchte, sondern die schnellere und sicherere Kabellösung bevorzugt, sollte nicht blind zum nächstbesten Kabel greifen, sondern die individuell geeigneteste Lösung einsetzen, um späteren Frust von vornherein auszuschließen.
Heimnetzwerk
Bei einem Heimnetzwerk geht es meist darum, mehrere PCs, die in einem Raum oder benachbarten Räumen stehen, zu vernetzen, um gemeinsam im Internet zu surfen, Multiplayergames zu spielen und Daten auszutauschen. Das Netzwerk wird nicht mehrere Stunden täglich intensiv genutzt. Die Netzwerkkabel werden meist locker hinter den Schreibtischen verlegt. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl lassen sich Fehler schnell eingrenzen. Zudem ist es verschmerzbar, wenn das Netz mal einige Tage nicht funktioniert. Kurz: Die Netzwerkkabel im Heimnetz müssen normalen Ansprüchen genügen.
Etwas anders sieht es aus, wenn man sein ganzes Haus komplett per Kabel vernetzen möchte, um bei Bedarf schnell und unkompliziert in jedem Raum auf das Netzwerk zugreifen zu können. Solche Überlegungen kommen beispielsweise beim Umbau oder auch Neubau eines Hauses auf. Besonders elegant ist da, die Leitungen unter Putz durch Wände, Decken und Fußboden zu führen und in jedem Raum eine oder mehrere Steckdosen zu installieren. Soll ein PC ins Netz, genügt dann ein kurzes Netzwerkkabel zur nächsten Steckdose. Die Ansprüche an die Kabel sind hoch und in etwa identisch mit denen einer professionellen Bürolösung.
Bürovernetzung
Im Büro hat die Stabilität des Netzwerkes den höchsten Stellenwert. Ein Ausfall aufgrund schlechten Materials oder nachlässiger Kabelverlegung muss von Anfang an ausgeschlossen sein. Denn steht das Netz, ruht meist auch der Betrieb und produktive Arbeit ist nicht oder zumindest nur stark eingeschränkt möglich. Das kostet unnötig Geld. Folglich setzt man auf hohe Qualität gleichsam wie auf zukunftsorientierte Lösungen. Schließlich möchte man nicht nach wenigen Jahren wegen Aufrüstung der Hardware auch gleich sämtliche Kabelstränge austauschen, gleichwohl aber die neue schnellere Hardware nutzen können.
Schon lose herumliegende Kabel gelten im Büro als Fehlerquelle. Angestellte könnten versehentlich durch Stolpern oder Hängenbleiben die Hardware beschädigen. Auch Staubsauger und -wedel von Putzkolonnen sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle.
In Büros werden somit stets Netzwerkkabel eingesetzt, die durch Wände oder Kanäle in Fußböden zu einem zentralen Vermittlungsraum laufen. Die Leitungen müssen stabil und wartungsfrei sein und immun gegen Störeinflüsse.
Ist der Anwendungsbereich klar umrissen, stehen die technischen Anforderungen an die Kabel im Vordergrund. Der Fokus liegt hier zunächst auf dem Netzwerkstandard, den man aktuell verwendet oder verwenden möchte. Die vorherrschenden Standards sind 10BaseT, 100BaseT und 1000BaseT. Ersterer ist eigentlich schon recht alt und wird bei Neuinstallationen nicht mehr verwendet. Da er aber in installierten Netzen noch zu finden ist, sei er der Vollständigkeit halber mit erwähnt.
In allen drei genannten Netzten wird so genanntes Twisted-Pair-Kabel eingesetzt, was das "T" im Namen andeuten soll. Dieser Kabeltyp besteht aus acht Kupferadern, die jeweils paarweise miteinander verdrillt sind. Durch jeweils eine Ader in einem Paar werden die Daten transferiert. Zwei dieser Datenleitungen übertragen die Sendesignale, zwei andere die Empfangssignale. Diese Netzwerkkabel sind für den Duplex-Betrieb ausgelegt, das bedeutet, sie können gleichzeitig die gesamte Bandbreite für den Sende- und Empfangsmodus nutzen.
Hauptunterschied der genannten Standards ist die Geschwindigkeit, mit der sie Daten passieren lassen. Ein 10BaseT-Netzwerk überträgt maximal 10 Megabit pro Sekunde. Ein 100BaseT-Netz kommt auf immerhin 100 Megabit und ein 1000BaseT-Netz bringt es folglich auf 1000 Megabit, weshalb man es auch als Gigabitnetz bezeichnet.
Bei allen drei Standards ist die maximale Kabellänge pro Teilstück auf hundert Meter begrenzt. Dies ist allerdings ein theoretischer Wert, der in der Praxis kaum zu erreichen ist, da unterschiedliche Faktoren Einfluss auf die Kabel nehmen.
Zunächst spielt die Dämpfung des Kabels, eine Art innerer Widerstand, eine große Rolle. Ist der Wert hoch, verkürzt das die maximale Kabellänge. Nachteilig sind auch Stromkabel, die neben einem Netzwerkkabel liegen. So bremst auch das elektromagnetische Feld einer Stromleitung den Datenverkehr. Weiteren Einfluss hat zudem die Signalstärke der Netzwerkkarten. Nur bei hohem Pegel gelangen die Informationen einwandfrei über sehr lange Strecken.
Zu den Netzwerkkarten
Um die Störeinflüsse von außen möglichst gering zu halten, gibt es unterschiedliche Formen der Abschirmung, die sich hinter einigen Eingangs bereits erwähnten Kürzeln verbergen.
Ungeschirmt
Standardkabel ohne Abschirmung findet man hinter der Bezeichnung "U/UTP" (Unscreened Unshielded Twisted Pair). Die verdrillten und mittels Kunststoff isolierten Adernpaare sind von einem Kunststoffmantel umgeben. Das Kabel ist biegsam und lässt sich gut verlegen. Da es aber nicht abgeschirmt ist, sollte es möglichst nicht direkt neben Stromkabeln liegen und auch nicht länger als zehn Meter sein.
Einfach abgeschirmt
Gut abgeschirmt sind Kabel mit der Bezeichnung "S/UTP" (Screened Unshielded Twisted Pair). Hier befindet sich zwischen den verdrillten Kabelpaaren und dem äußeren Kunststoffmantel ein schützendes Kupfergeflecht oder eine Aluminiumfolie. Dadurch ist das Kabel etwas steifer und weniger biegsam als die ungeschirmte Variante. Ähnlich gut geschützt sind "FTP"-Kabel (Foiled Twisted Pair). Im Gegensatz zu "S/UTP" gibt es keine äußere Gesamtabschirmung des Netzwerkkabels, dafür sind die jeweiligen Adernpaare geschirmt. "S/UTP"- und "FTP"-Kabel sind für kurze, wie für mittlere Kabellängen verwendbar. Wer mehr als zehn Meter überbrücken möchte, oder besseren Schutz gegen Störeinflüsse benötigt, sollte zu dieser Kabelvariante greifen.
Doppelt abgeschirmt
Den besten Schutz gegen Störungen bieten doppelt abgeschirmte Kabel mit der Bezeichnung "S/STP" (Screened Shielded Twisted Pair) oder "S/FTP" (Screened Foiled Twisted Pair). In "S/STP" –Kabeln sind jeweils alle Adern einzeln per Kupfergeflecht oder Aluminiumfolien geschützt, während in "S/FTP"-Strängen die Adernpaare entsprechend abgeschirmt sind. Zusätzlich befindet sich bei beiden eine weitere Metallschutzschicht zwischen den Aderpaaren und dem äußeren Schutzmantel. Damit eignen sie sich sehr gut zum Einsatz in kritischen Bereichen, wo viele Störungen zu befürchten sind aber auch zum Überbrücken sehr langer Distanzen ab etwa 25 Meter. Aufgrund der doppelten Abschirmung sind die Kabel aber noch etwas steifer als die einfach geschützte Variante. Wer Netzwerkkabel dauerhaft und schwer zugänglich verlegen möchte, sollte auf diesen Typ setzen.
Eine weitere Unterscheidung der Kabel erfolgt nach dem möglichen Übertragungsvolumen, respektive der Übertragungsgeschwindigkeit. Die Einteilung erfolgt dabei nach Kategorien, abgekürzt "Cat" nach dem englischen Category. Die Übertragungsgeschwindigkeit wird in Megahertz (MHz) angegeben. Zu Beginn der 10BaseT-Ära war die dritte Kategorie "Cat3" aktuell und wird in einigen Netzen auch heute noch eingesetzt. Durch diese Kabel lassen sich maximal 10 Megabit in der Sekunde bei 16 Megahertz übertragen.
Cat5
Für 10- und 100-Megabitnetze sind Cat5-Versionen geeignet, die Übertragungsfrequenz kann hier bis zu 100 Megahertz betragen. Cat3- und Cat5-Kabel verwenden allerdings nur zwei der vier Adernpaare. Anders die getunte Version Cat5e (e= enhanced -> erweitert). Sie nutzt alle vier Adernpaare und kann damit bis zu 1000 Megabit (ein Gigabit) in der Sekunde transferieren, ebenfalls bei 100 Megahertz.
FastCat5e
Deutlich mehr Datenvolumen lässt sich über FastCat5e-Kabel übertragen. Ihre Maximalleistung liegt zwar ebenfalls bei einem Gigabit pro Sekunde, doch aufgrund ihrer 350 Megahertz Übertragungsfrequenz ist der effektive Durchsatz höher als bei normalen Cat5e-Kabeln. Der hohe Takt hat aber den Nachteil, dass das Kabel empfindlicher auf Störeinflüsse reagiert und die Dämpfung zunimmt. Somit eignet es sich für kurze Distanzen bis maximal zehn Meter. Für längere Wege ist es ratsam, abgeschirmte Kabel einzusetzen.
Cat6
Einen guten Kompromiss bilden Cat6-Netzwerkkabel. Sie sind weniger empfindlich als FastCat5e, bieten aber höheres Transfervolumen dank 250 Megahertz Takt. Mehr als ein Gigabit pro Sekunde übertragen aber auch sie nicht. Die Weiterentwicklung Cat6a erreicht demgegenüber eine Übertragungsfrequenz von 500 Megahertz und reagiert unempfindlicher auf Störungen. Zudem lassen sich bis zu zehn Gigabit Daten pro Sekunde durch die Leitungen schicken.
Cat7
Top-Netzwerkkabel arbeiten nach Cat7-Standard. Sie vertragen laut Spezifikation 600 Megahertz Takt und Übertragungsvolumina bis zu zehn Gigabit in der Sekunde. Man findet auch Kabel mit höheren Taktraten, diese bewegen sich jedoch außerhalb der Spezifikation. Mit herkömmlichen Netzwerkanschlüssen lässt sich der theoretische Geschwindigkeitsvorteil aber nicht nutzen. Die Stecker passen zwar, doch schaltet der Takt bei diesen Verbindungen auf 500 Megahertz runter. Nur wenn eine Dose explizit Cat7 unterstützt, lassen sich die Kabel voll ausreizen.
Zur Veranschaulichung hier och einmal die Kabelkategorien im Überblick
| Kategorie | Max. Übertragungs- geschwindigkeit |
Max. Frequenz | Max. Kabellänge |
| Cat3 | 10 MBit/s | 16 MHz | 100 m |
| Cat5 | 100 MBit/s | 100 MHz | 100 m |
| Cat5e | 1 GBit/s | 100 MHz | 100 m |
| FastCat5e | 1 GBit/s | 350 MHz | 100 m |
| Cat6 | 1 GBit/s | 250 MHz | 100 m |
| Cat6a | 10 GBit/s | 500 MHz | 100 m |
| Cat7 | 10 GBit/s | 600 MHz | 100 m |
Neben den grundsätzlichen Unterscheidungsmerkmalen findet man verschiedene Ausführungen der einzelnen Kabel. Dazu zählen Patchkabel, Straight-Through-Kabel, Crossover-, beziehungsweise Cross-Wired-Kabel und Verlegekabel.
Standardkabel
Patch- und Straight-Through-Kabel sind identisch, es handelt sich nur um unterschiedliche Bezeichnungen. Gemeint ist die normale Standardausführung eines Kabels, die nötig ist, um einen PC mit einem Hub oder Switch (Netzwerkverteiler) zu verbinden. Die Adernpaare laufen unter dem Mantel parallel nebeneinander. Die Dicke jeder Ader beträgt etwa 0,4 bis 0,5 Millimeter.
Crossover-Kabel
Beim Crossover-, respektive Cross-Wired-Kabel sind demgegenüber zwei Adernpaare gekreuzt. Diesen Kabeltyp benötigt man, wenn man zwei PCs direkt miteinander vernetzten möchte, ohne einen Hub oder Switch als Vermittler einzusetzen. Alternativ ließen sich auch zwei Standardkabel verwenden, zwischen denen man eine Crossover-Kupplung einsetzt. Die Dicke der Adern ist identisch zum Standardkabel.
Für Gigabit-Netze sind in der Regel keine Crossover-Kabel mehr nötig, da die Netzwerkgeräte (Netzwerkkarte, Switch etc,) bei einem Verbindungstest (Auto-Negotiation) gegebenenfalls Sender und Empfänger umschalten. Allerdings kann man sich nicht darauf verlassen, da nicht alle Hersteller die automatische Anpassung in ihre Netzwerkprodukte integrieren. Möchte man in einem Gigabitnetz ein Crossover-Kabel einsetzen, benötigt man eine spezielle Version, bei der alle vier Adernpaare gekreuzt sind. Andere Crossover-Kabel funktionieren nicht.
Verlegekabel
Verlegekabel sind normale Netzwerkkabel, die optimiert sind für das dauerhafte Verlegen unter Putz oder durch Kabelkanäle. Ihre Adern sind mit 0,5 bis 0,7 Millimeter deutlich dicker als beim Standardkabel und auch die Kunststoffisolation ist massiver. Hinzu kommt eine niedrige Dämpfung, so dass man mit ihnen auch längere Abschnitte ohne große Qualitätseinbußen bei der Signalqualität überbrücken kann. Der massivere Aufbau führt dazu, dass es etwas unflexibler ist und mit Bedacht verlegt werden muss.
Y-Kabel
Eine Sonderform ist das so genannte Y-Kabel. Dabei handelt es sich eigentlich um einen Adapter, mit dessen Hilfe man ein Netzwerkkabel in zwei Teile aufsplitten kann, so dass zwei PCs sich ein Kabel teilen können. Somit erspart man sich das Verlegen zweier Kabel, büßt aber gleichzeitig ein wenig Übertragungsgeschwindigkeit ein, zumindest wenn beide PCs gleichzeitig aktiv sind. Damit der Hub/Switch beide PCs erkennt, muss an beiden Enden des Netzwerkkabels ein Y-Adapter angeschlossen werden.
Zu den Crossover-Netzwerkkabeln
Zu den Switches
Zu den Y-Kabeln
Genauso wichtig wie die Kabel sind die Stecker, die den Kontakt zu Netzwerkkarten, Switch oder Router herstellen. Sie müssen vernünftig verarbeitet sein und fest den Kontakt halten. Für Ethernetkabel setzt man dabei auf so genannte RJ45-Stecker. Das sind kleine eckige Stecker, ähnlich wie Westernstecker an vielen Modemkabeln, allerdings etwas größer. Sie besitzen einen Widerhaken, mit dem sie sich fest in der Buchse festhalten. Versehentliches Rausgleiten ist nicht möglich, da zum Lösen des Steckers ein Pin heruntergedrückt werden muss.
Die Verarbeitung des Steckers sowie die fachgerechte Montage haben entscheidenden Einfluss auf die Netzwerkstabilität und die Haltbarkeit. Wer ein Kabel fertig konfiguriert kauft, also inklusive Stecker, hat meist die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Verarbeitungsqualitäten: assembled, booted und snagless molded.
Einfache Verarbeitung
Mit "assembled" ist die einfachste und günstigste Verarbeitungsform gemeint. Ein einfacher RJ45-Stecker wird am Kabelende angebracht. Da sich der Stecker in die Adern und den Kunststoffmantel bohrt, besteht ein gewisser Schutz gegen Zug. Starkes Biegen des Kabels direkt hinter dem Stecker sollte aber vermieden werden, da Kabel und Stecker dadurch auf Dauer Schaden nehmen können. Für kurze Netzwerkerwege, bei denen die Kabel versteckt aber trotzdem leicht zugänglich verlegt werden, kann man diese Lösung guten Gewissens einsetzen.
Mit Knickschutz
Einen zusätzlichen Knickschutz umschreibt das Wort "booted". Hier bildet der Stecker eine Einheit mit einer Hartgummilasche, die etwa den ersten halben Zentimeter des Kabels gegen Verknicken schützt und gleichzeitig eine zusätzlich Zugentlastung schafft. Wer auf Netzwerkstabilität mit guten Verbindungen setzt, sollte mindestens diese Verarbeitungsart wählen, da das Kabel an der empfindlichsten Stelle deutlich besser geschützt wird, als bei einem einfachen Stecker.
Optimale Verbindung
Den besten Schutz für Kabel und Stecker bekommt man bei der Verarbeitungsart "snagless molded". Hier bilden Stecker und Kabel eine Einheit. Der Stecker ist nahtlos in Kunststoff gepresst, hat keine scharfen Ecken, mit denen er sich verhaken könnte und deckt zudem den Pin, der den Stecker arretiert, komplett mit ab. Somit kann dieser nicht abbrechen oder versehentlich gedrückt werden. Wer besonders hohe Ansprüche an seine Hardware hat und lang anhaltenden, störungsfreien Betrieb wünscht, sollte auch bei den Steckern nicht sparen und diese Variante bevorzugen.
Zu den Steckern und weiterem Zubehör
Es besteht auch die Möglichkeit, Netzwerkkabel selbst zu konfigurieren, also Stecker an die Kabel anzubringen. Allerdings ist dies nur für denjenigen interessant, der das regelmäßig machen möchte. Grund: Zum Anbringen der Stecker ist Spezialwerkzeug nötig, eine so genannte Crimpzange. Da diese einige Euro kostet, ist es nicht lohnenswert solch eine anzuschaffen, um einmalig ein kleines Netzwerk zu verkabeln. Hinzu kommt, dass gewisse Vorkenntnisse vorhanden sein müssen, da man beim "crimpen" einiges falsch machen kann.
Die Zange quetscht den Stecker förmlich auf das Kabel, dessen Adern vorher in einer bestimmten Reihenfolge angelegt sein müssen. Der Kontakt wird dabei durch die nicht abisolierten Adern direkt in die Leiterbahnen gequetscht, gleichzeitig wird der hintere Teil des Steckers zur Zugentlastung in den Kunststoffmantel gedrückt.
In Netzwerkdosen, die man bei einer dauerhaften Verlegung wie Steckdosen an der Wand befestigt, werden die Kabel hingegen auf eine andere Art mit den Kontakten verbunden. Hier sollte man stets den Fachmann ranlassen. Es kommt meist das LSA-Anlegeverfahren (LSA: löt-, schraub-, abisolierfrei) zum Einsatz, bei dem die Kabel in fester Reihenfolge in die Kontaktleisten eingeklemmt werden. Man findet dieses Verfahren auch unter dem Namen "Schneidklemm-Technik".
Zu den Crimpzangen
Zu den Netzwerkdosen
Hat man sich für Kabelart, -länge und Verarbeitungsqualität der Steckkontakte entschieden, kann man noch eine Farbe für die Kabel aussuchen. Dabei geht es nicht um einen Modegag, sondern um echte Hilfe. Wer für unterschiedliche Teilnetze jeweils eine eigene Farbe wählt, findet sich im Kabelsalat, der zwangsläufig entsteht, besser zurecht. Bei besonders großen Netzen, kann man einzelne Bereiche zudem durch verschieden farbige Stecker kennzeichnen.
Hierbei gilt zu beachten, dass der Farbe Orange eine besondere Stellung zukommt. Sie ist für besonders geschützte Leitungen reserviert. Diese sind zusätzlich gegen Feuer geschützt, meist durch Teflon, so dass sie im Brandfall und unter großer Wärme länger funktionstüchtig bleiben. Die Kabel müssen besonders gekennzeichnet sein. Das gilt übrigens auch für andere Elektrokabel, nicht nur beim Netzwerk. Leider ignorieren einige Hersteller diese Konvention und setzen Orange auch für ganz normale Netzwerkkabel ein. Schauen Sie also auf die Details.
Für unsichtbar verlegte Kabel, die durch Wände oder Fußböden verlegt werden, ist es ratsam, auf Kabelkanäle zu setzen und die Kabel nicht fest zu verputzen. Ein Kanal hat den Vorteil, dass man später ein defektes Netzwerkkabel herausziehen und ein neues hindurchziehen kann. Dabei sollten sich die Netzwerkkabel die Kanäle aber nicht mit Stromkabeln teilen, da deren elektromagnetische Felder die Übertragungsqualität negativ beeinflussen.
Bevor man viele Meter Kabel verlegt, gilt es also sich einige Gedanken zu machen. Handelt es sich nur um wenige Kabel, zudem leicht zugänglich, muss die Planung sicher nicht allzu sorgsam sei. Denn auch günstige Netzwerkkabel mit einfachen Steckern arbeiten in der Regel viele Jahre fehlerfrei.
Handelt es sich aber um viele Netzwerkverbindungen, womöglich schwer zugänglich zu verlegen, ist gute Planung oberstes Gebot. So gilt es über Jahre reibungslosen Netzbetrieb sicher zu stellen und dabei auf Technik zu setzen, die auch zukünftigen Ansprüchen noch gerecht werden kann. Denn wer will schon nach zwei Jahren wegen Aufrüstung der Netzwerkkarten sämtliche Kabel gleich mit austauschen wollen?
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